Die Kurzandacht
Licht des Lebens
Auf meinem Schreibtisch liegt ein Taschenrechner mit Solarzellen. Früher brauchte man Batterien für solche Geräte; jetzt langt ein wenig Sonnenschein, und ich kann mit dem Ding arbeiten. Es gibt sogar Armbanduhren, die laufen den ganzen Tag, wenn man sie einige Minuten lang ins Licht gehalten hat.
Ohne Licht kein Leben - das wissen wir. Jedes Tier, jede Pflanze, jeder Mensch lebt vom Licht der Sonne. Weit weg und riesig groß brauchen wir sie tagtäglich zum Leben. Eigentlich ist sogar jeder Liter Öl und jedes Kilo Kohle gespeicherte Sonnenenergie.
Das Bild der Sonne als Lebensspenderin wird gerne auf Gott übertragen. Viel größer als wir Menschen und in der Ewigkeit verborgen ist er uns doch täglich nahe. Er ermöglicht uns das Leben. Martin Luther schrieb, was vielen Menschen immer wieder bewusst wird: „Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat ... und mich mit allem, was not tut für Leib und Leben, reichlich und täglich versorgt.“
So dringend wir das Sonnenlicht brauchen, können wir aber nicht direkt ohne Schutz in die Sonne blicken. Zu groß ist ihre Kraft und zu verletzlich unsere Augen. Auch Gott können wir nicht direkt sehen, und doch können wir ihn erkennen - in seinem Sohn Jesus Christus. Er hat gesagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“
Von der Sonne leben wir - und vom Glauben an Jesus Christus! In der Beziehung zu ihm bekommen wir Kraft und Wegweisung, werden unsere Sünden vergeben und innere Wunden geheilt, kommt Gott in die Niederungen unseres Alltags und gehen wir getrost auf unser Sterben zu. Wo sonst gibt es eine solche Sonne?
Die tägliche Losung
Die Verkündigung des Hauptaltars
Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht verlorengehen, sondern das ewige Leben haben. (Johannes 3,16)
Der Gnadenstuhl ist die Krönung des Hauptaltars. Gott Vater hält Christus den Gekreuzigten vor sich hin. Seine Augen blicken auf uns. Sein Mund ist leicht geöffnet. Er redet uns persönlich an :
"Hab' keine Angst. Ich habe Dich lieb. Ich habe mir meinen Sohn vom Herzen gerissen, damit Du leben kannst. Schau
ihn an. Er hat alles vollbracht, was zu Deinem Heil nötig ist. Er ist mein Geschenk für Dich. Nimm ihn an. Es mag für Dich schwer sein, zu begreifen, wozu das Kreuz nötig war. Dennoch bitte ich Dich: Setze Dich meiner Liebe aus. Lass Dich von mir formen und gebrauchen."
Die Jünger Jesu in der Predella und die kunstvoll geschnitzten Figuren in den Seitenflügeln und im Mittelschrein -- der Apostel Petrus, Bischof Wolfgang, Maria mit dem Jesuskind, Johannes der Täufer, der Apostel Paulus -- sie alle haben sich der Liebe Gottes in Christus ausgesetzt. Sie haben sich von ihm formen und gebrauchen lassen. Als Zeugen des Glaubens machen sie uns Mut, der im Gnadenstuhl dargestellten Einladung Gottes zu vertrauen.